Was ist eigentlich eine Depression?
Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die durch Gefühle von Traurigkeit, Verlust, Hoffnungslosigkeit und Desinteresse gekennzeichnet ist. Auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Appetitverlust, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sind keine Seltenheit. Eine Depression zeigt sich nicht nur in bestimmte Situationen, sondern beeinträchtigt und belastet den ganzen Alltag. Wie eine Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt, ist die Erkrankung an einer Depression in allen Altersklassen zu finden.
In der Psychotherapie unterscheiden wir die Grade einer Depression nach den Kategorien leichte, mittelgradige und schwere depressive Episode. Diese Unterscheidung dient vor allem zur klinischen Abklärung und die Selbstgefährdung abschätzen zu können. Wichtig ist, dass die Kategorien zwar ein gutes Leitwerk sind, sie sagen jedoch nur bedingt etwas über den eigenen subjektiv empfundenen Zustand aus. Damit ist gemeint, dass eine leichte Depression dennoch mit erheblichen negativen Emotionen gekoppelt sein kann und daher nicht als >leicht< abgetan werden soll.
Leichte depressive Episode
Eine leichte depressive Episode geht oftmals mit Verlust von Interesse oder Freude und Antriebsmangel sowie erhöhter Ermüdbarkeit einher. Dies sind typische und auch für die Diagnose wichtige Leitkriterien. In der Regel sollte diese Phase zumindest 2 Wochen andauern, um von einer leichten depressiven Phase sprechen zu können.
Mittelgradige depressive Episode
Diese Episode kennzeichnet sich durch die wie oben in der leichten Episode beschriebenen Symptome, jedoch diese sind in ihrer Ausprägung deutlich stärker. Zudem zeichnet sich dieses Krankheitsbild durch weitere Symptombildung ab. Eine Person mit einer mittelgradigen depressiven Episode kann nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortsetzen.
Schwer depressive Episode
Diese Episode ist meist mit extremer Verzweiflung und krampfhafter Unruhe verbunden. Die meisten Personen, die unter einer schweren depressiven Episode leiden verspüren den starken Verlust von Selbstwert oder auch ein Gefühl der Nutzlosigkeit. In besonderen Fällen ist auch das Risiko zur Selbstgefährdung erhöht.
Diese depressiven Episoden können auch wiederholt kommen oder in sehr wenigen Fällen auch länger anhalten. Spannend ist hierbei die Datenlage der Sterberaten, an Personen, die unter einer diagnostizierten Depression leiden. Es wird hier zwischen F32 (einer depressiven Phase), F32 (einer wiederholten depressiven Phase und der F34 (einer lang anhaltenden depressiven Phase) unterschieden:
Deutlich erkennbar ist die hohe Todesfallrate an Personen, welche mit einer F32 depressiven Erkrankung diagnostiziert wurden. Hier muss erwähnt werden, dass mehr Personen mit einer F32 Erkrankung diagnostiziert werden und die Daten nur in Relation zu betrachten sind. Denn es werden deutlich mehr F32 Diagnosen ausgesprochen. Warum ich dieses Diagramm auch zeigen möchte, ist der hohe Anstieg an generell depressiven Erkrankungen. Seit 2008 beginnt die Anzahl der Diagnosen deutlich anzusteigen.
Was kann ich selbst bei einer Depression tun?
Wenn du an Depressionen leidest, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Symptome zu lindern. Einige Möglichkeiten wären:
Psychotherapie: Eine Psychotherapie, kann Ihnen helfen, die Gedanken und Verhaltensmuster zu verstehen, die Ihre Depression auslösen und aufrechterhalten, und Sie dabei unterstützen, diese abzulegen.
Änderungen im Lebensstil: Veränderungen im Lebensstil wie regelmäßige Bewegung, und ausreichender Schlaf. Routine in körperlicher Betätigung ist in dieser Situation Ihr größter Freund. Egal ob Yoga oder Joggen: Finden Sie etwas, das Ihnen Spaß macht und betreiben Sie es regelmäßig!
Soziale Unterstützung: Soziale Unterstützung von Freunden und Familie kann sehr hilfreich sein, um das Gefühl der Einsamkeit und Isolation zu reduzieren. Oftmals möchte man jedoch insbesondere in einer depressiven Phase mit niemanden sprechen und fühlt sich allein. Geben Sie sich selbst Zeit und einen kleinen Ruck, es kann oft Wunder wirken über seine Gefühle zu sprechen.
Selbsthilfegruppen: Teilnahme an Selbsthilfegruppen kann Ihnen helfen, andere Menschen mit ähnlichen Problemen kennenzulernen und zu erfahren, wie sie damit umgehen.
Bitte beachte, dass jeder und jede anders auf Behandlung/Methoden reagieren kann und es möglicherweise mehrere Anläufe braucht, um wirkliche Veränderungen zu spüren. Wenn du an Depressionen leidest, solltest du immer einen qualifizierten Fachmann oder Fachfrau aufsuchen, um Unterstützung/Behandlung zu erhalten.
Warum Menschen in Depressionen geraten
Die meisten Menschen, die unter Depressionen leiden, wissen anfangs gar nicht so genau, wie sie in diesen Zustand geraten sind. Es gibt jedoch einige Faktoren, die eine Depression begünstigen:
-Biologische Faktoren: Viele Menschen, die an Depressionen leiden, haben in ihrer Familie bereits Erkrankungen dieser Art erfahren. Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Familienmitglied an einer Depression erkranken wird, es ist jedoch wahrscheinlicher als bei Menschen ohne familiäre Vorbelastung.
-Soziale Faktoren: Ein plötzlicher Verlust, etwa der eines Angehörigen oder Freundes kann Depressionen auslösen. Auch eine schwierige soziale Situation oder eine Trennung von einem nahestehenden Menschen kann diese Wirkung haben.
-Leistungsdruck: Das permanente Gefühl, alles perfekt machen zu müssen und der damit einhergehende Gedanke, dass man immer noch mehr leisten hätte können, kann zu Depressionen führen.
– Überforderung: Übermäßiger Konsum bestimmter Medien, Medikamente (z.B. Schlaf-, Beruhigungs- oder Antidepressiva) oder Suchtmitteln kann eine depressive Stimmung auslösen.
Symptome einer depressiven Episode erkennen
Wenn du oder jemand in deinem Umfeld an einer depressiven Episode leidet, wirst du verschiedene Symptome bemerken. Seien dir bewusst, dass eine Verstimmung ein deutlich unterschiedlicher Zustand zu einer Depression ist, und machen nicht den Fehler, eine „Diagnose“ zu stellen. Überlasse Siedas dem fachlich ausgebildeten Personen. Einige der häufigsten Symptome einer depressiven Episode sind: gedrückte Stimmung, Interessensverlust, Antriebslosigkeit. Zusätzlich kann sich eine Depression durch verminderte Konzentration oder Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, Schlafstörungen oder verminderter Appetit äußern. Wenn du depressive Anzeichen bemerkst, solltest du diese nicht ignorieren. Es ist wichtig, dass du hier mit einem Fachmann oder einer Fachfrau reden und herausfinden kannst, was die Ursache deiner Symptome ist. Durch eine richtige Behandlung können Symptome deutlich vermindert werden und letztendlich eine Heilung erreicht werden.
