Was hilft?
Fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland fühlt sich mental erschöpft. Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen sind in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Burnout ist längst kein Randphänomen mehr – sondern eine der größten Herausforderungen unserer Arbeitswelt. Aktuelle Daten zeigen dabei ein klares Muster: Besonders gefährdet ist die Altersgruppe zwischen 31 und 40 Jahren.
Der „Workplace Insights Report 2025" basiert auf den Daten von fast 80.000 Beschäftigten aus 357 Unternehmen. Das zentrale Ergebnis: 12 Prozent aller Beschäftigten sind burnoutgefährdet. In der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen liegt dieser Wert mit 18 Prozent jedoch deutlich höher. Bei Berufseinsteigern unter 21 Jahren sind es lediglich 6 Prozent.
Jetzt mal genauer
Die Erklärung liegt in einer typischen Doppelbelastung: Zwischen 30 und 40 treffen steigender beruflicher Druck und wachsende Verantwortung häufig auf private Verpflichtungen wie Familiengründung oder Pflege von Angehörigen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Beschäftigte in dieser Phase ihre Arbeitsbedingungen zunehmend kritisch bewerten – hoher Zeitdruck und der Anspruch an perfekte Arbeitsergebnisse werden als größte Stresstreiber genannt.
Burnout beginnt oft schleichend. Anhaltender Stress führt zu einer dauerhaften Aktivierung des Stresssystems. Eine Verlaufsstudie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit über 4.500 Beschäftigten konnte zeigen, dass eine Zunahme von Burnout-Symptomen sowohl mit einer Verschlechterung der psychischen als auch der physischen Arbeitsfähigkeit einhergeht.
Wichtig
Achte auf diese Warnzeichen: dauerhafte emotionale Erschöpfung, Zynismus und Distanzierung gegenüber der Arbeit, unerklärlicher Leistungsabfall, körperliche Beschwerden ohne organische Ursache und zunehmender sozialer Rückzug.
Was wirklich hilft: Achtsamkeitstraining – eine Studie zu einem appbasierten Training über 14 Tage zeigte signifikante Verbesserungen bei Stressempfinden und emotionaler Erschöpfung. Klare Grenzen setzen – feste Zeiten ohne Erreichbarkeit definieren. Regelmäßige Bewegung als natürlicher Stresspuffer. Soziale Kontakte pflegen – Isolation verstärkt Burnout-Symptome. Und bei anhaltenden Symptomen: professionelle Hilfe suchen.
*Quellen: DearEmployee „Workplace Insights Report 2025" (79.416 Beschäftigte); BAuA „Burnoutdimension emotionale Erschöpfung", Gesundheitswesen 2025; Thieme Connect „Burnout-Prävention und mobile Achtsamkeit" (7mind-Studie)
